Itaú und die Führung der Bank, die zu einem Technologieunternehmen wurde: Milton Maluhy und das Modell, das Brasilien exportiert
Milton Maluhy Filho, CEO von Itaú Unibanco seit Februar 2021, wurde im April 2026 zum Präsidenten des Vorstandes der Febraban gewählt. Gabriel Amado de Moura übernahm im September 2024 die CFO-Position. Die Zup Innovation, der Technologiebereich von Itaú, beschäftigt über 4.000 Fachkräfte und hat sich als Referenz für regionale Banken etabliert, die versuchen, eigene technologische Kapazitäten aufzubauen.
Itaú Unibanco wird häufig als die wertvollste Bank in Lateinamerika beschrieben. Eine genauere Beschreibung für 2026 wäre: das größte Fintech-Unternehmen auf der Südhalbkugel mit einer Banklizenz.
Die Transformation ist keine Rhetorik. Sie ist operativ. Itaú verarbeitet jährlich über 100 Milliarden Transaktionen mit intern entwickelten Systemen. Seine Open-Banking-Plattform gehörte zu den ersten auf dem brasilianischen Markt und diente dem Banco Central als Modell für die Strukturierung der technischen Spezifikationen des nationalen Systems.
Milton Maluhy und die Agenda 2026
Milton Maluhy Filho übernahm im Februar 2021 die CEO-Position bei Itaú und folgte damit Candido Bracher nach. Unter seiner Leitung hat die Bank die Investitionen in eigene Technologien vertieft, die Integration von KI in Kreditprozesse und Betrugsprävention beschleunigt und internationale Operationen, insbesondere in Südamerika, ausgeweitet.
Im April 2026 wurde Maluhy zum Präsidenten des Vorstandes der Febraban gewählt, der Föderation, die die brasilianischen Banken vertritt, mit einer Amtszeit bis März 2029. Diese Wahl signalisiert das Gewicht, das Itaú als Vorreiter der digitalen Transformation im brasilianischen Finanzsystem hat: Die Bank, die am meisten in eigene Technologien investiert hat, leitet nun die Vertretung des Sektors.
Gabriel Amado de Moura übernahm im September 2024 die CFO-Position der Gruppe und vollendete so eine Erneuerung der oberen Führungsebene, die strategische Kontinuität wahrt und gleichzeitig eine finanzielle Perspektive näher an den Herausforderungen eines skalierbaren Technologiegeschäfts bringt.
Zup Innovation als Modell
Die Zup Innovation, die als technologischer Arm von Itaú gegründet und später relativ autonom betrieben wurde, ist eines der interessantesten Experimente im brasilianischen Finanzsektor. Mit über 4.000 Technologieexperten hat die Zup interne Plattformen entwickelt, die schrittweise für den Markt geöffnet wurden, darunter die Plattform StackSpot, die auf das Management von Software-Entwicklungsplattformen in großem Maßstab ausgerichtet ist.
Die Zup repräsentiert die These, dass große Banken technologische Kapazitäten auf einem Niveau von Big Tech entwickeln können, ohne den regulatorischen Fokus zu verlieren, der im Bankensektor erforderlich ist. Technologiedienstleister wie Thoughtworks und CI&T berichten, dass der in der Zup implementierte Ingenieurstandard häufig von CIOs regionaler Banken als Referenz zitiert wird, die ihre internen Kompetenzen aufbauen möchten.
Der regionale Kontext
Das Modell von Itaú, in eigene Technologien zu investieren, steht im Gegensatz zu dem vorherrschenden Ansatz vergleichbarer europäischer Banken, die tendenziell intensiver auf externe IT-Dienstleister zurückgreifen. Der Unterschied in der Strategie hat langfristige Auswirkungen: Banken mit interner technologischer Kapazität können schneller in Produkten iterieren und haben mehr Kontrolle über das Kundenerlebnis.
Für den lateinamerikanischen Bankensektor wird die Entwicklung von Itaú unter Maluhy in den nächsten drei bis fünf Jahren einen Test darstellen, ob die Investition in eigene Technologien einen überlegenen Ertrag im Vergleich zum nach wie vor vorherrschenden Outsourcing-Modell bei den regionalen Wettbewerbern liefert.