Apple verliert Rechtsmittel gegen das DMA vor dem europäischen Gericht und Brüssel setzt Präzedenzfälle für die nächste Runde fest

Das Gericht der Europäischen Union wies die Rechtsmittel von Apple gegen die Einstufung als Gatekeeper zurück und bestätigte den Weg der Kommission zur Aufsicht über Google, Meta, Amazon, Microsoft und ByteDance.
Gerichtshof weist fünf Verteidigungslinien zurück
Der Gerichtshof der Europäischen Union wies am Mittwoch, den 8. Juli, die von Apple eingelegten Rechtsmittel gegen die Einstufung des App Store und von iOS als zentrale Plattformen, die dem Digital Markets Act unterliegen, zurück. Die Verfahren T-1079/23, T-1080/23 und T-214/24 laufen seit der ursprünglichen Entscheidung der Europäischen Kommission am 5. September 2023. Der Gerichtshof betrachtete auch die Anfechtung von Apple gegen die Aufnahme von iMessage in die Liste der Gatekeeper als unzulässig.
Die Aussage des Urteils ist kurz und prägnant: "Der Gerichtshof weist alle von Apple eingelegten Rechtsmittel zurück." Damit bleibt das Unternehmen verpflichtet, Interoperabilität zu gewährleisten, alternative Shops auf iOS zuzulassen und Entwicklern aus Europa gleichen Zugang zu ermöglichen.
Das Argument der fünf Stores fiel
Apple argumentierte, dass es fünf verschiedene App Stores betreibt: einen für iPhone, einen für iPad, einen für Mac, einen für Apple Watch und einen für Apple TV. Wäre dies akzeptiert worden, hätte es die Grundlage fragmentiert, auf der das DMA seine quantitativen Schwellenwerte anwendet, was potenziell Milliarden von Dollar in Compliance-Verpflichtungen entfernt hätte. Der Gerichtshof stellte fest, dass die technische Existenz mehrerer Instanzen die wirtschaftliche Funktion nicht ändert: Alle verbinden Entwickler mit Verbrauchern und verteilen Software. Ein Store.
Der andere Baustein der Verteidigung war iMessage. Apple behauptete, dass das Produkt die Schwellenwerte des DMA nicht erreicht. Der Gerichtshof entschied sich jedoch, sich nicht mit der Materie zu befassen, und klassifizierte den Antrag aus prozessualen Gründen als unzulässig. Das ist kein Sieg für Apple; es ist eine vertagte Entscheidung für eine separate zweite Runde.
Die Antwort des Unternehmens
Apple antwortete in einer offiziellen Stellungnahme: "Wir sind fest davon überzeugt, dass das Mandat des DMA über das hinausgeht, was rechtlich und verhältnismäßig ist, und bedroht jahrzehntelange Datenschutz- und Sicherheitsvorkehrungen, die wir aufgebaut haben, und macht unsere Nutzer neuen Risiken aus." Das Unternehmen kann innerhalb von zwei Monaten und zehn Tagen nach der Benachrichtigung beim Gerichtshof der EU Berufung einlegen. Der Rechtsmittel bei der höheren Instanz hemmt jedoch die Verpflichtungen nicht.
Warum die nächste Runde gegen Google, Meta und ByteDance von Bedeutung sein wird
Die Betrachtung des Falls ist auch außerhalb von Cupertino wichtig. Google, Meta, Amazon, Microsoft, Booking und ByteDance wurden ebenfalls in verschiedenen Zyklen seit 2023 als Gatekeeper eingestuft, und jede von ihnen hat laufende oder kurz vor der Urteilsverkündung stehende Verfahren. Die in dieser Woche gefestigte Rechtsprechung stellt fest, dass die Kommission Produkte nach ihrer wirtschaftlichen Funktion gruppieren kann, ohne auf eine legalistische Einteilung angewiesen zu sein. Für den nächsten Angeklagten schrumpft die Palette der Argumente.
Google sieht sich der fortgeschrittensten Aufsicht ausgesetzt, mit einer vorläufigen Entscheidung der Kommission über Selbstbevorzugung in der Suche. Meta hat ein laufendes Verfahren wegen Pay-or-Consent bei Facebook und Instagram. ByteDance steht unter Druck, die Einschränkungen der Interoperabilität bei TikTok abzubauen. Wiederholt sich der Standard von Apple in zwei dieser Verfahren, könnte die Höhe der Geldstrafen auf eine nahe der gesetzlichen Obergrenze, 10 % des weltweiten Umsatzes, anwachsen, mit Verdopplung bei Wiederholungstätern.
Steelman an der Seite von Apple
Das konsistente Argument von Apple, das nicht nur Rhetorik für die Presse ist, besteht darin, dass die verpflichtende Interoperabilität bei Messaging und die Eröffnung von Sideloading auf iOS die Angriffsfläche vergrößern und die Kontrolle über Malware reduzieren. Unabhängige Sicherheitsanalysten, darunter Forscher, die in einer Mitteilung von CERT-EU zitiert wurden, haben bereits plausible Vektoren aufgezeigt. Es ist keine Übertreibung, das zu verwerfen. Der Punkt, der die rechtliche Verteidigung schwächt, ist, dass der Rahmen des DMA genau das Gleichgewicht zwischen Wettbewerb und Sicherheit durch technische Ausnahmen von Fall zu Fall vorsieht und nicht durch eine kategorische Ausschlussregel. Der Gerichtshof hat diese Unterscheidung formalisiert.
Was sich für den CIO in drei Geografien ändert
In Europa erhält der CIO, der die Unternehmensflotte auf iOS betreibt, in der Praxis ein neues Menü: MDM, das Apps aus alternativen Kanälen bereitstellt, interne Compliance-Überprüfungen für Drittläden und mögliche Segmentierung nach Nutzerland. In den nächsten 60 Tagen werden in den alternativen Kanälen, die heute nur konzeptionell existieren, Unternehmensanwendungen erwartet.
Im Vereinigten Königreich repliziert das Digital Markets, Competition and Consumers Act von 2024 die Logik des DMA im Binnenmarkt, und die CMA hat iOS bereits den Status eines strategischen Marktes zugewiesen. Der Beschlusstext der CMA in London neigt dazu, das zu reproduzieren, was der Gerichtshof in Luxemburg gefestigt hat, was die nationalen Verpflichtungen zur Interoperabilität beschleunigt. In Japan tritt das Mobile Software Competition Act im Dezember in Kraft, und die JFTC hat Apple bezüglich des Standardbrowsers und der Standardzahlung konsultiert. Der japanische Text gibt den gleichen Ton wie das DMA von sich. Die Summe von drei Jurisdiktionen mit derselben Schiedsrichterlinie verwandelt die Compliance-Kosten in eine strukturelle, nicht außergewöhnliche Variable.
Für Apple steht der rein rechtliche Ausweg kurz vor dem Ende. Von nun an wird das Spiel operativ, und das Board in Cupertino weiß das besser als jeder andere.