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Britische Regulierungsbehörde zwingt Google zur Offenlegung von Ranking-Kriterien und erlaubt die Portabilität der Suche

Pátio vazio do escritório da CMA em Canary Wharf no fim de tarde, com figura solitária atravessando o piso e janelas iluminadas no alto do edifício.

CMA nutzte das DMCC-Gesetz, um objektive Ranking-Kriterien für organische Ergebnisse, einschließlich AI Overviews, vorzuschreiben und den Nutzern das Recht zu geben, Suchdaten zu Dritten zu übertragen. Google hat sechs und drei Monate Zeit, um zu entsprechen.

Die Competition and Markets Authority (CMA) des Vereinigten Königreichs hat am Mittwoch (17.) zwei neue Verhaltensanforderungen an die Suchdivision von Google verhängt, basierend auf den Befugnissen des Digital Markets, Competition and Consumers Act 2024. Nach der ersten Anordnung hat das Unternehmen sechs Monate Zeit, um sicherzustellen, dass objektive und nicht diskriminierende Kriterien das Ranking von organischen Ergebnissen regeln, einschließlich der AI Overviews (aber ohne bezahlte Ergebnisse). Nach der zweiten Anordnung muss Google innerhalb von drei Monaten Nutzern im Vereinigten Königreich erlauben, Suchdaten an autorisierte Dritte wie Cashback-Plattformen und Vergleichsseiten zu übertragen.


Dieser Schritt ist die zweite Runde der CMA gegen Google im Juni. Am 3. Juni verpflichtete dieselbe Regulierungsbehörde das Unternehmen, den Herausgebern die Kontrolle über die Nutzung ihrer Inhalte in AI Overviews, AI Mode, Gemini und Vertex AI zu geben und Engagement-Metriken zu veröffentlichen. Beide Entscheidungen zielen zusammen auf zwei Fronten der Suchökonomie: die Beziehung zu Publishern in der ersten Runde und die Beziehung zu Einzelhändlern und Entwicklern, die auf organischen Traffic angewiesen sind, in der zweiten.


Was sich für Google ändert


Zwei Anforderungen aus dem heute veröffentlichten Verhaltenskodex haben klare operationale Implikationen. Erstens muss Google eine Vorankündigung für signifikante Änderungen am Algorithmus geben, eine Praxis, die derzeit nur bei den sogenannten "Core Updates" und selbst dann nur allgemein erfolgt. Zweitens muss es formale Kanäle einrichten, damit britische Unternehmen Rankingsenkungen anfechten können, ähnlich wie die Europäische Union bereits im Digital Services Act von großen Plattformen verlangt. Die explizite Einbeziehung von AI Overviews in den Ranking-Bereich ist der sensibelste Punkt: Für die CMA wird die von KI generierte Zusammenfassung als Suchprodukt behandelt, das denselben Transparenzkriterien unterliegt.


Die Anforderung zur Portabilität wandelt das, was Google heute als Gefälligkeit praktiziert, in eine rechtliche Verpflichtung um. Das Unternehmen bietet bereits eine Data Portability API im Vereinigten Königreich an, aber der Zugang hängt von diskretionären Vertragsbedingungen ab. Unter den Verhaltensanforderungen kann der Regulierer zur Rechenschaft gezogen werden, wenn ein autorisierter Dritter die Daten nicht in angemessener Zeit konsumieren kann. Für Vergleichsunternehmen wie Honey, Quidco und TopCashback sowie für Plattformen, die den Suchverlauf nutzen, um personalisierte Angebote zu erstellen, ist die Auswirkung direkt: die Bindung des Nutzers an Google wird absichtlich weniger klebrig.


Die Interpretation außerhalb des Vereinigten Königreichs


Die Entscheidung der CMA hat auch über den britischen Markt hinaus Präzedenzwirkung. Für die Europäische Kommission, die seit 2024 den Digital Markets Act gegen Apple, Meta, Microsoft und Google anwendet, ist die Einbeziehung von AI Overviews als Suchprodukt ein Punkt, der in Brüssel noch nicht formell entschieden wurde. Die Interpretation der CMA wird voraussichtlich in den kommenden europäischen Verfahren zitiert, insbesondere in den gegen Alphabet eingeleiteten Verfahren aufgrund von Selbstbevorzugung.


In den Vereinigten Staaten ist das regulatorische Umfeld das Gegenteil. Die Trump-Administration hob im Januar 2025 die Exekutive zur KI der Biden-Regierung auf, und 2026 konzentriert sich das Justizministerium weiterhin auf die Phase der Abhilfen im 2024 eröffneten Antitrust-Fall im Bereich der Suche. Die CMA bietet in der Praxis eine operationale Blaupause, die Anwälte von Klägern in den USA bereits in Memoranden für den Richter Amit Mehta über die Transparenz des Rankings zitiert haben, wie die Press Gazette berichtet.


In Brasilien hat das Verwaltungsgericht für Wirtschaftsschutz (Cade) seit 2021 ein Verfahren gegen Google wegen Präferenzen bei Preisvergleichen eröffnet, ohne eine endgültige Entscheidung. Die Nationale Datenschutzbehörde (ANPD) hat die Portabilität im Kontext der Suche noch nicht reguliert. Die britische Anordnung bietet ein konkretes Modell, das öffentliche Konsultationen im zweiten Halbjahr beschleunigen könnte, insbesondere über Suchdaten als portable Kategorie gemäß dem LGPD.


Was Google sagen kann


Google hat in einer Mitteilung angegeben, dass es mit dem Regulierer kooperieren wird, hat jedoch während der öffentlichen Konsultation argumentiert, dass die Einbeziehung von AI Overviews in den Ranking-Bereich das Unternehmen zwingt, Parameter offenzulegen, die es als Geschäftsgeheimnis betrachtet. Die Fristen betragen: sechs Monate (also bis Dezember 2026) für die Ranking-Anforderung; drei Monate (September) für die Portabilität. Die Höchststrafe gemäß dem DMCC-Gesetz kann bis zu 10% des jährlichen globalen Umsatzes betragen, eine Obergrenze, die im Fall der Alphabet etwa 35 Milliarden USD basierend auf den Einnahmen von 2025 entspricht.


Der Regulierer hat die Tür für weitere Runden offen gelassen. Gleichzeitig untersucht die CMA die mobile Suche im Rahmen des Strategic Market Status von Google, mit einer Entscheidung, die für Anfang 2027 erwartet wird. Die heutige Anordnung ist daher die niedrigste Schwelle, nicht die höchste: Britische Unternehmen, die auf organischen Traffic angewiesen sind, haben jetzt einen rechtlichen Rahmen, um Beschwerde zu erheben, und der Rest der regulatorischen Welt hat nun einen praktischen Test zum Nachahmen.

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